Nach Westbahn nun auch Forderung der ÖBB

Bild: Clemens Fabry | DiePresse

Erst vor zwei Wochen haben wir ein Statement der Westbahn GmbH für Ihre Forderung an die ÖBB aufgrund der derzeitigen Flüchtlingssituation veröffentlicht. Nun schrieb das „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe, dass die ÖBB die durch Transport, Organisation und Unterbringung der Flüchtlinge entstandenen Kosten an die Regierung in Rechnung stellen möchte. „Nach Westbahn nun auch Forderung der ÖBB“ weiterlesen

Westbahn Statement zur Forderung von Gebührenmilderung

Bild: WESTbahn

Vor kurzem forderte die Westbahn in einem Schreiben an die ÖBB aufgrund des Flüchtlingsansturmes auf Bahnhöfe und Züge eine Gebührenmilderung. Durch die Flüchtlinge gab es einen Geschäftsrückgang von 15 bis 20 Prozent wie die Westbahn vergangenen Freitag mitteilte. Wir haben ein Statement von der WESTbahn bekommen!

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Rund 20 tote Flüchtlinge in Schlepperfahrzeug im Burgenland entdeckt

Der Lkw war laut Polizei schon länger in einer Pannenbucht abgestellt, ein Krisenstab wurde eingerichtet

Wien – Auf der Ostautobahn (A4) im Burgenland ist am Donnerstagvormittag zwischen Neusiedl und Parndorf ein Schlepperfahrzeug mit mehreren toten Flüchtlingen entdeckt worden. Das Fahrzeug war in einer Pannenbucht abgestellt, die Toten hätten sich auf der Ladefläche des 7,5-Tonners befunden, sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt zu Mittag. Ob es sich um 20, 40 oder 50 Tote handle, sei noch unklar.

foto: christian fischer/standard
In dem auf einem Pannenstreifen auf der A4 in der Nähe von Parndorf abgestellten Lastwagen dürften mindestens 20 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein.

In dem auf einem Pannenstreifen auf der A4 in der Nähe von Parndorf abgestellten Lastwagen dürften mindestens 20 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein.
Fahrzeug offenbar seit Mittwoch abgestellt

Beim Eintreffen der Polizei trat bereits Verwesungsflüssigkeit aus der Ladefläche des Kühlwagens, berichtete Doskozil. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Angaben machen, wie der Tod eingetreten ist.“ Ein Krisenstab wurde gebildet, erste Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Allein die Tatortarbeit werde Tage dauern, sagte Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und des Menschenhandels im Bundeskriminalamt.

 

grafik: apa
Der Lkw wurde zwischen Neusiedl und Parndorf entdeckt.

 

Der Lkw wurde zwischen Neusiedl und Parndorf entdeckt.
Auf dem Kühlwagen mit ungarischem Kennzeichen, in dem die Flüchtlinge gefunden wurden, befindet sich der Schriftzug einer slowakischen Hühnerfleischfirma. Laut einem Sprecher des Unternehmens wurden 13 Firmen-Lkw im vergangenen Jahr verkauft. Offenbar habe ein Käufer einen der Transporter nach Ungarn weiterveräußert. Um welches Fahrzeug es sich im konkreten Fall handle, lasse sich nicht nachvollziehen.

Das Nummernschild des Lkw war von einem Rumänen in der mittel-ost-ungarischen Stadt Kecskemet beantragt worden. Das sagte Janos Lazar, Stabschef von Premier Viktor Orban, bei einer Pressekonferenz in Budapest. Lazar zufolge soll das Fahrzeug dem Mann auch gehören. Der Kanzleiminister wies auf die Zusammenarbeit zwischen österreichischer und ungarischer Polizei hin.

 

foto: christian fischer
Einsatzkräfte vor Ort.
Einsatzkräfte vor Ort.

Das Fahrzeug dürfte seit Mittwoch auf der Autobahn abgestellt gewesen sein. Man sei um 11.30 Uhr von Kollegen der Autobahninspektion Parndorf verständigt worden, sagte Doskozil. Entdeckt wurde der Lkw von einem Mitarbeiter der Asfinag. Dieser war mit Mäharbeiten beschäftigt, als er auf das Fahrzeug aufmerksam wurde. „Ihm ist aufgefallen, dass es dort raustropft“, sagte ein Asfinag-Sprecher. Der Mitarbeiter habe „richtig und schnell reagiert und die Polizei informiert“. Die Asfinag sperrte im betroffenen Bereich eine Fahrspur.

Der Laster wurde an Ort und Stelle kriminaltechnisch untersucht, um alle Beweismittel zu sichern und keine Spuren zu zerstören. Eine Bergung der Verstorbenen war indes nicht am Tatort möglich. Mittlerweile wurde das Fahrzeug abgeschleppt und in eine unweit vom Tatort gelegene Halle gebracht worden, die von der Asfinag zur Verfügung gestellt wurde. Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Johann Fuchs, auf APA-Anfrage mitteilte, soll der Lkw dort geöffnet werden.

„Intensive Emittlungsphase“

Die Tatortgruppe der Polizei wird dann weitere Untersuchungen vornehmen, ein an Ort und Stelle befindlicher Gerichtsmediziner wird mit der Befundaufnahme beginnen. „Es hat 31 Grad, insofern eilt die Zeit“, sagte Fuchs.

Zum Zustand der Leichen wurden keine Angaben machen. Den Polizisten habe sich bei der Öffnung des Lkw gegen 11.00 Uhr aber ein „grauenvolles Bild“ geboten, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Vorerst wurde lediglich festgestellt, dass es keine Überlebenden gab. Erst nach einer genaueren Untersuchung des Fahrzeuginneren wird Gewissheit über die Anzahl der Opfer und deren Geschlecht bestehen, sowie ob auch Kinder darunter waren.

„Wir befinden uns in der intensiven Erstermittlungsphase“, erläuterte Fuchs. Er gehe davon aus, dass sich in dem Lkw „zumindest 20 Tote“ befinden. Fragen zur Nationalität, dem Alter und dem möglichen Todeszeitpunkt konnte der Leiter der Staatsanwaltschaft nicht beantworten: „Eine Obduktion wurde in die Wege geleitet. Die Befundaufnahme durch einen Gerichtsmediziner ist im Laufen.“ Wie lange es dauern wird, bis feststeht, woran die Flüchtlinge gestorben sind, sei nicht abschätzbar: „Für so eine Sache gibt es keinen Referenzfall.“

Vom Fahrer, der sich abgesetzt hat, fehlt bisher jede Spur. „Wir werden nichts unversucht lassen, den Fahrer und seine Hintermänner auszuforschen und das Verbrechen aufzuklären“, versicherte Fuchs.

Die Polizei erwartet für das Wochenende einen weiteren Anstieg bei den Grenzübertritten von Flüchtlingen. Die Beamten im Burgenland werden deshalb verstärkt von Kollegen aus Kärnten und der Steiermark, sagte Landespolizeidirektor Doskozil.

Innenministerin: „Dunkler Tag“

 

foto: apa/christian gmasz
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz mit Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz mit Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil.
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach bei der Pressekonferenz von „einem dunklen Tag“. „Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden.“ Schlepper seien nicht am Wohlergehen der Flüchtlinge interessiert, Strafen und Kontrollen zur Eindämmung der Schlepperei müssten verschärft werden.

 

 

 

 

Ausschnitt aus unseren stündlichen News mit Sven Weikam:

 

 

Quelle: APA und Redaktion der halbstündlichen Nachrichten