2. Blackbox: Copilot leitete Airbus-Absturz ein

(C) Germanwings

Er löste den Sinkflug aus, zuvor suchte er im Internet nach Suizidmethoden und Infos über die Sicherheit von Cockpittüren: Nach dem Germanwings-Absturz verdichtet sich der Verdacht gegen den Copiloten, das Flugzeug mit Absicht in das Alpenmassiv gesteuert zu haben. Auch die Auswertung des zweiten Flugschreibers bestätigte die Vermutungen, wie die Untersuchungsbehörde Bea am Freitag mitteilte.

Die Aufzeichnungen des Flugschreibers ergaben der französischen Behörde zufolge, dass Andreas L. die Maschine beim eingeleiteten Sinkflug sogar beschleunigte. Die Düsseldorfer Ermittler teilten bereits am Donnerstag mit, der Copilot habe sich kurz vor dem Todesflug mit seinem Computer über “Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung” sowie Sicherheitsvorkehrungen bei Cockpittüren informiert.

Fachleute der Luftfahrtbranche wollen nach Ostern beraten, ob die Technik der Cockpittür geändert werden soll. Auch die Einführung einer Ausweispflicht an Flughäfen wird debattiert, weil die Passagierlisten derzeit nicht genau genug sind.

Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß (30,48 Meter) hinuntergeht, wie die Behörde Bea weiter mitteilte. Schon seit die erste Blackbox ausgewertet ist, wurde der Copilot verdächtigt, den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt zu haben. Das Flugzeug stürzte am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab, 150 Menschen starben.

Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag an der Unglücksstelle in Südfrankreich gefunden worden – von Geröll verschüttet. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Die erste Blackbox – den Sprachrekorder – des Flugs 4U9525 hatten die Bergungskräfte bereits am Unglückstag gefunden.

Bereits kurz nach dem Absturz wurde bekannt, dass Andreas L. die Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen mehrere Monate unterbrach. Lufthansa hatte mitgeteilt, der Copilot habe die Schule 2009 in einer E-Mail über eine “abgeklungene schwere depressive Episode” informiert. Er wurde danach aber als flugtauglich eingeschätzt. Nach Erkenntnissen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft war L. am Tag der Katastrophe krankgeschrieben, die zerrissene Krankschreibung wurde bei ihm zu Hause gefunden.

Bei der Identifizierung der Opfer werden nach Angaben der französischen Ermittlern die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll nach Ostern losgehen. Angehörige will man bei Übereinstimmungen rasch informieren. Sprecher von Lufthansa und der Tochter Germanwings sagten am Freitag, man unterstütze die ermittelnden Behörden bei allen Untersuchungen. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve legte am Freitag an der Gedenkstätte in Le Vernet nahe der Unglücksstelle einen Kranz nieder.

 

Quelle: APA | Powered by