Koks & Bakterien: Das Leben eines „Zehners“

Der neue Zehn-Euro-Schein wandert seit 23. September über die Ladentheken. Auf die druckfrischen Banknoten kommt einiges zu: Waschmaschinen, Bakterien und sogar Spuren von Drogen werden ihren Weg kreuzen.

Nur rund zwei Jahre reist eine Banknote von einem Geldtascherl zum nächsten. Danach ist sie so abgenutzt, dass sie eingezogen und vernichtet wird. Dabei hält ein Schein einiges aus: 90 Grad in der Waschmaschine sind kein großes Problem, weil er aus einer Baumwollmischung besteht. Er fühlt sich danach allerdings fester an.

Der neue „Zehner“ ist aber von Haus aus etwas dicker und schwerer als sein Vorgänger, weil er mit einem Speziallack überzogen ist. Das soll ihn stabiler machen: Bis zu 4.000 Mal kann man ihn falten, bevor er zerreißt. Vor den vielen Keimen, die sich auf Geld tummeln, ist er allerdings trotzdem nicht geschützt. Über 3.000 verschiedene Bakterientypen konnten Wissenschaftler identifizieren – diese können u.a. Akne, Magengeschwüre, Lungenentzündung, Lebensmittelvergiftungen und Staphylokokken-Infektionen auslösen. Außerdem haben fast alle Geldscheine, nämlich 90 Prozent, Spuren von Kokain an sich. Allerdings bedeutet dieses Untersuchungsergebnis keineswegs, dass die Anhaftung allein vom Drogenkonsum stammt – durch die Geldzirkulation und die Noten-Sortierung in den Banken werden Kokain-Rückstände gleichmäßig auf unverschmutzte Scheine verteilt.

Der neue Zehn-Euro-Schein wird durch viele Hände gehen, denn der „Zehner“ ist der häufigste Geldschein in Österreich. Die alten werden nach und nach aus dem Verkehr gezogen, bis auf weiteres sind aber beide Modelle gültig.

Warum wurde überhaupt ein neuer Schein entwickelt? „Mit dem neuen Zehn-Euro-Schein wird es für die Bevölkerung leichter, die Echtheit der Noten zu überprüfen. Für die Fälscher wird es hingegen schwieriger“, so der deutsche Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele gegenüber der dpa. Die neuen Sicherheitsmerkmale sind ein Portrait-Hologramm, ein Portrait-Wasserzeichen und eine Smaragd-Zahl mit Farbwechsel. In einem Video der Österreichischen Nationalbank werden die neuen Merkmale kurz erklärt.

An Automaten sollte der „Neuling“ diesmal keine Probleme machen, die Hersteller wurden frühzeitig informiert und konnten mit dem neuen Geldschein ihre Geräte testen. Der Reise der neuen „Zehner“ steht also nichts mehr im Weg.

 

Quelle: oe3.orf.at