Sänger Joe Cocker verstorben

Im Alter von 70 Jahren

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Joe Cocker bei einem Auftritt in Berlin, April 2013 foto: epa/ole spata

London/Denver – Der britische Rocksänger Joe Cocker ist nach einem Bericht der britischen BBC tot. Er wurde 70 Jahre alt. Der Musiker mit der tiefen Stimme („Unchain My Heart“, „You Can Leave Your Hat On“) sei in der Nacht auf Montag im Alter von 70 Jahren gestorben, hieß es in einem Schreiben seines Agenten Barrie Marshall, das der Sender BBC auf Twitter verbreitete.

Die Zeitung „Yorkshire Post“ berichtete, die Musiklegende sei dem Kampf gegen Lungenkrebs im US-Bundesstaat Colorado erlegen.

Der Tod des britischen Sängers Joe Cocker wurde durch eine Sprecherin seines Managements am Montag in London bestätigt.

Die einzigartigen Armbewegungen und die unverwechselbar rauchige Stimme haben den Wahl-Amerikaner britischer Herkunft zur Rock- und Blueslegende werden lassen. Im Alter von 15 Jahren trat er mit seiner Band „Vance Arnold and the Avengers“ in seiner Heimatstadt Sheffield auf.

Zunächst führte Cocker ein Doppelleben: Tagsüber arbeitete er als Gasinstallateur während er nachts mit seiner Band in den Lokalen Sheffields spielte. 1963 feierte seine Band ihren ersten Erfolg – sie durfte als Vorgruppe ein Konzert der Rolling Stones eröffnen.

Legendärer Woodstock-Auftritt

Eine Coverversion der Beatles brachte Cocker 1968 den großen Durchbruch. „With A Little Help From My Friends“ landete in Großbritannien auf Platz eins der Charts. Beim Woodstock-Festival im Jahr darauf war Cocker die Hauptattraktion. Er sang den Hit live mit einem einzigartigen Luftgitarrenspiel. Spätestens dann wurde die zuckende Armgestik sein Markenzeichen.

In einem Interview mit der britischen Zeitung „Daily Mail“ im März 2013 erinnerte sich Cocker an den Beginn seiner Karriere: „Die ersten Jahre waren toll. Ich wusste nie, was der nächste Tag bringen würde. 1972 ging es dann bergab.“ Die 70er-Jahre waren für Cocker von Drogen- und Alkoholexzessen gezeichnet. „Drogen gab es überall und ich stürzte mich darauf. Und wenn du erst mal in dieser Abwärtsspirale bist, dann ist es schwierig, da wieder rauszukommen. Ich brauchte Jahre, das zu schaffen.“

Erst als Cocker 1978 seine künftige Frau Pam Baker kennengelernt hatte, änderte sich sein Leben. „Pam hat mir geholfen, wieder auf die Beine zu kommen“, sagte Cocker. „Sie machte mir klar, dass die Leute mich immer noch singen hören wollten.“

Mit seinem Comeback in den 80ern landete Cocker Hits wie „When The Night Comes“, „N’oubliez jamais“, „Unchain My Heart“ und das Duett „Up Where We Belong“ mit Jennifer Warnes, für das er 1983 einen Grammy Award bekam. Die Alben „Hard Knocks“ und „Fire It Up“, die Cocker 2010 und 2012 veröffentlichte, landeten an der Spitze der Albumcharts.

Im Oktober 2014 erschien Christof Grafs Biografie des Sängers „Mit Gänsehaut durch die Jahrzehnte“, an seinem 69. Geburtstag im Mai 2013 gab Cocker innerhalb seiner „Fire It Up“-Tour sein letztes Wien-Gastspiel.